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Brillengläser


Organische Gläser (Kunststoffgläser)

Sie werden aus speziellem, optisch hochwertigem Kunststoff hergestellt. Sie sind den mineralischen Gläsern optisch gleichgestellt, aber leichter. Wegen ihrer Bruchfestigkeit sind sie "sicherer" als mineralische Brillengläser. Kunststoffgläser können ebenfalls getönt und entspiegelt werden. Um sie gegen Kratzer unempfindlicher zu machen, werden sie versiegelt. Sie bieten generell einen besseren UV-Schutz als mineralische Gläser.

Mineralische Gläser
Mineralische Gläser bestehen zur Hauptsache aus dem Rohstoff Siliziumoxyd. Für optische Zwecke muss das Glas absolut rein sein. Das für Brillenlinsen verwendete Glas kann nicht mit der einfachen Qualität von Fenster- oder Flaschenglas verglichen werden.

Höherbrechende Glasarten
Trifft Licht auf ein durchsichtiges Material, so wird es beim Eindringen um einen bestimmten Wert von seiner Richtung abgelenkt. Diese Ablenkung und die Form des Brillenglases bestimmen dessen Stärke. Verwendet man Glasmaterialien, die das Licht stärker ablenken (brechen), so kann man mit dünneren Gläsern stärkere Korrekturen erreichen. Brillengläser aus höherbrechenden Glasarten werden meist bei mittleren und stärkeren Fehlsichtigkeiten eingesetzt, um schönere und leichtere Brillen fertigen zu können.

Selbstverfärbende Gläser (fototrope Gläser)

Sie passen ihre Tönung den gegebenen Lichtverhältnissen an. Dabei reagieren sie nur auf ultraviolettes Licht. Die Farbe, die Grundtönung und die maximale Tönung sind von der Intensität der Strahlung und zum Teil von der Temperatur abhängig. In der Regel liegt die Absorption zwischen ca. 10 und 75%.

Entspiegelung (Antireflex-Schicht)
Von jeder Brillenglasoberfläche wird das auftreffende Licht reflektiert. Diese Reflektionen führen zu einem ungewollten Lichtverlust. Zudem wird der Kontrast vermindert. Lichtquellen, die hinter dem Brillenträger liegen (z.B. Leselampen oder Autoscheinwerfer), spiegeln sich im Glas und führen so zu störenden Reflexbildern. Gleichzeitig bleiben die Augen einem Gegenüber immer etwas verborgen. In einem komplizierten Verfahren kann nun eine harte, weniger als ein tausendstel Millimeter dicke Schicht auf die Brillengläser aufgedampft werden. Diese Entspiegelungsschicht reduziert die störenden Reflexe auf ein Mindestmass; der Sehkomfort der Brille wird stark erhöht. Entspiegelungsschichten können heute auf praktisch allen Gläsern in verschiedenen Wirkungsstufen aufgebracht werden. Bei optischen Instrumenten (Ferngläsern, Foto-Objektiven) wird die Entspiegelung auch Vergütung genannt.

Bifokalgläser (Doppelfokus-Gläser)
Bifokalgläser garantieren, nach Eintritt der Alterssichtigkeit in die Nähe deutlich sehen zu können, aber auch in die Ferne eine einwandfreie Sicht zu haben. Deshalb haben diese Gläser für die Nahsicht ein eingeschmolzenes oder angesetztes Segment. Die Segmente können in Form und Grösse variieren. Weil sie nicht sehr ästhetisch sind (sichtbare Trennkante) werden diese Gläser heute nur noch in seltenen Fällen verwendet.


Diverse Bifokalgläser im Querschnitt

Gleitsichtgläser (Progressivgläser)
Im Gegensatz zu den Bifokalgläsern, erfolgt die Änderung der Glasstärke von Fern- zu Nahsicht bei den Gleitsichtgläsern nicht abgestuft, sondern gleitend. Dadurch entfallen die sichtbaren Segmente, und das Gleitsichtglas erscheint diskreter. Trotzdem findet der Brillenträger für jede Seh-Distanz eine passende Glaszone. Wie die Bifokalgläser, wird das Gleitsichtglas nach Eintritt der Alterssichtigkeit eingesetzt.